Schwedische Kleinstadtmarina mit Kanalzufahrt
Trosa liegt gut 40 Seemeilen südlich von Stockholm am Ausgang des Trosaås, eines 1,5 Kilometer langen, betonnten Kanals. Von See her steuert man in das Fahrwasser „Trosa fjärden“ ein, lässt das Leuchtfeuer auf Askö-Grundet steuerbord und peilt dann die auffällige rot-weiße Richtbake „Ängskär“. Ab hier weisen grün-rote Staken in den Fluss. Die Solltiefe beträgt bis kurz vor die Marina 3 m; erst im letzten Bogen vor dem Hafen fällt sie auf 2,2 m – tiefgehende Yachten sollten bei Starkost oder anhaltendem Niedrigwasser aufmerksam sein . Die Einfahrt ist unbefeuert; Ansteuerungen in der Dämmerung sind mit Plotter oder Peillicht jedoch unkritisch, da das Stadtlicht Orientierung bietet. Wichtig: Am Nachmittag herrscht Gegenstrom durch den Flussabfluss, der bis zu einem Knoten erreichen kann – also langsam einlaufen und Leinen bereithalten.
Windgeschützter Liegeplatz im ruhigen Flusshafen
Ankern vor der Flussmündung ist weder komfortabel noch sicher – zu flach und Schwell der Ausflugsschiffe. Im Trosa Gästhamn dagegen liegt man wie im Ententeich: Die L-förmige Mole und zwei Schwimmstege bieten 180 Liegeplätze an Dalben oder Heckbojen, Wassertiefe 1,8 – 2,2 m . Das Becken ist strom- und schwellfrei; selbst bei Starkwind aus Ost spürt man lediglich ein leises Kluckern, weil die Maasholmer-artige Holzbebauung den Wind bremst. Wer absolute Ruhe sucht, macht längsseits in der nördlichen Verlängerung des Flusses fest – dort patrouillieren nur Enten.
Moderner Yachthafen mit Umweltfokus in Trosa
Der Gästhamn wird von Mai bis September rund um die Uhr betreut. Jeder Platz verfügt über 16-Ampere-Strom, Wasser und zuverlässiges WLAN. Ein modernes Servicegebäude direkt am Kai beherbergt Duschen, Waschmaschinen, Trockner und sogar eine kleine Sauna. Diesel/Benzin erhält man an der Selbstbedienungsanlage am südlichen Hafenkopf (Bankkarte rund um die Uhr). Pump-Out und Grauwasserentsorgung sind kostenlos; Trosa bewirbt sich zu Recht als „Miljöhamn“. Proviant: Ein großer Coop-Supermarkt liegt fünf Gehminuten flussauf, ebenso eine Systembolaget-Filiale (Alkohol). Frischer Räucherlachs wird täglich vor dem Gasthafen verkauft, dienstags findet Bauernmarkt am Stortorget statt. Werkstatt: Kleinere Motor- und Riggarbeiten übernimmt die Bootswerft am Nordkai; ein 20-t-Kran steht zur Verfügung.
Trosa: Naturnahe Idylle am Schärengarten
Kaum hat man die Festmacher belegt, lockt schon der 3-Kilometer-Rundweg entlang des Trosaån: Weiden hängen ins Wasser, Seerosen blühen, und mit etwas Glück taucht ein Fischotter neben dem Uferpfad auf. Radfahrer nehmen die asphaltierte Küstenroute Richtung Nynäs Naturreservat (15 km) – dort führen Holzstege durch Urwaldähnliche Schluchten voller Moos und Farn. Vor der Hafeneinfahrt beginnt der Schärengarten mit unzähligen Ankerbuchten; ein beliebtes Ziel für den Tagesausflug ist die Robbenkolonie auf Askö-landet. Unter Wasser reicht die Sicht selten über zwei Meter, dafür leuchten in den Tangwiesen Schwärme von Stichlingen und Barschen. Stand-up-Paddler schätzen den ruhigen Flusslauf bis zur alten Schleusenruine, wo Libellen in Schwärmen über dem Wasser tanzen.
Trosa – maritimes Idyll mit Altstadtcharme
Trosa bietet eine seltene Kombination: vollkommen geschützter Liegeplatz, umfassende Versorgung und ein Altstadtkern, der maritimes Postkartenidyll ohne Touristenmassen liefert. Ideal für Crews, die nach einem Schärengarten-Zickzack Erholung und Versorgungsstopp brauchen, Familien mit Kindern, die Strandbad, Eiscafés und kurze Wege schätzen, oder Kulturfans, die einen halben Tag durch Holzhäusergassen bummeln möchten, ohne die Großstadt Stockholm anlaufen zu müssen. Einziger Wermutstropfen: die Wassertiefe. Yachten über 2,3 m Tiefgang kommen zwar hinein, liegen aber mit dem Kiel im Schlick, wenn der Ostwind lange drückt. Außerdem endet die Nachtruhe am Kai nicht selten erst, wenn der letzte Eisesser heimgeht – wer absolute Stille sucht, verholt besser in einen der Ankerplätze vor Askö. Als wir am nächsten Morgen ablegen, klingt noch das Geläut der Kirche, und vom gegenüberliegenden Café duftet es nach Zimtkringeln. Die Leinen gleiten lautlos von den Dalben, der Flussstrom trägt uns sachte hinaus, und draußen wartet wieder das endlose Geflecht aus Schären. Trosa – ein Hafen, der beweist, dass echte Postkartenorte nicht kitschig sein müssen, solange sie mit Herz und Gastfreundschaft gelebt werden.
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