Gut geschützter Inselhafen nahe Sandhamn
Lage: 59 °03,1 N – 18 °37,4 E, rund 20 sm südöstlich von Sandhamn. Von Westen folgt man dem tiefen Hauptstråk Richtung Landsort, bis das Ostkardinalpärchen Finnskär NO und Söderarm querab liegen. Ab hier gibt es zwei Möglichkeiten: Nordroute zwischen Trutbådan und Lökskär (mind. 6 m): gut betonnt, aber bei Ostwelle kabbelig. Südrinne nördlich an Krokskär vorbei (4,5 m), dafür deutlich ruhiger. Beide Rinnen münden in ein natürliches Bassin, das von drei Inseln umrahmt wird. Wichtig: Die Einfahrt ist unbefeuert; bei schlechter Sicht helfen Radar oder genaue Peilung auf den Leuchtturm. Nachtansteuerung ist nur geübten Crews zu empfehlen—die Granitnasen sind dunkel, und Fischernetze hängen oft knapp außerhalb des Fahrwassers.
Windgeschützte Schärenbucht mit sicherem Ankergrund
Die Bucht öffnet sich nach Südwest und ist nach allen anderen Quadranten nahezu komplett verschlossen. Grund: harter Sand mit vereinzelten Granitbrocken, Anker fasst nach wenigen Zentimetern. Tiefen: 3–5 m im Zentrum, an den Felsplatten fallen sie auf 2 m ab. Empfehlung: Buganker mit 25–30 m Kette, Heckleinen an die Felsösen oder kleine Tannen wurfankern – Standard-Schärengreifer nutzen. Schutz: Perfekt bei Nord-, Ost- und Südwinden. Südwest bringt kurze Welle durch die Öffnung, aber kein gefährliches Rollen. Nur Starkwind aus West (über 25 kn) macht den Platz ungemütlich; dann nach Fifång oder Utö ausweichen. Wir lagen bei Nord 5 Bft wie in einer Badewanne – das lauteste Geräusch war ein Seeadler, der pfeifend übers Zelt flog.
Rustikale Inselidylle ohne Komfort und Infrastruktur
Das Dinghy kann man an mehreren flachen Granitplatten anlanden. Infrastruktur ist spartanisch: Ein Kompostklo steht 200 m hinter dem Lotsenhaus (Skärgårdsstiftelsen). Eine alte Sauna der Seenotretter kann nach Absprache genutzt werden – Eimerbetrieb, eigenes Feuerholz mitbringen. Kein Wasser, kein Strom, kein Laden. Müll muss vollständig wieder mit an Bord. Mobilfunk (4 G) funktioniert erstaunlich gut, weil der Leuchtturm als Relais dient.
Naturerlebnis mit Leuchtturm auf Schäreninsel Huvudskär
Huvudskär ist seit 2020 Teil des erweiterten Naturschutzgebiets Söderarm. Flora: Zwergkiefern, Krähenbeere, Mauerpfeffer und dichte Teppiche aus Isländisch Moos färben den Granit. Fauna: Seeadler kreisen täglich, im Spätherbst rasten Atlantikzieher wie Eisenten. Abends hallt das Heulen von Kegelrobben von den Außenriffen. Unterwasserwelt: Sichtweiten bei Nordwind bis 10 m, Tangwälder mit Flussbarschen und gelegentlichem Dorsch; Schnorchelmaske genügt. Landgänge: Ein Rundweg (rote Punkte) führt in 40 min um die Inselgruppe, vorbei an Lotsenkapelle, alten Fischerkaten und dem fotogenen Leuchtturm von 1882. Tipp: Sonnenaufgang am Ostkap mit Blick auf die offene Baltische See—Gänsehaut garantiert.
Naturparadies für Ruhe und Wildnis
Huvudskär ist kein „Hafen“ im klassischen Sinn, sondern eine Naturkathedrale: Null Service, hundert Prozent Atmosphäre. Ideal für Crewmitglieder, die nach längeren Ostseeetappen Stille und Wildnis suchen, Kinder, die Robben gucken oder Krebse jagen wollen, Fotograf:innen und Vogelfans, die bei goldenem Licht Spektakuläres einfangen. Nicht geeignet für Tiefgänger über 2,5 m, technikverliebte Yachten mit hohem Energiebedarf oder Crews, die abends Restaurant und warme Dusche brauchen. Mein Logbuch endet mit einer letzten Notiz vor dem Ablegen: „06:12 Uhr. Spiegelglattes Wasser, Nebelschleier über den Kiefern, Robbe taucht neben dem Bug, während Ankerkette hoch läuft. Leuchtturm blinkt Abschied. Notiz an mich: Immer wieder hierher zurückkommen.“
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