Idyllische Anfahrt zur Bucht Mörkö
Skansholmen liegt rund zehn Seemeilen südlich von Södertälje auf der Insel Mörkö. Von Osten folgt man dem betonnten Fahrwasser des Himmerfjärden, lässt die Insel Oaxen an Steuerbord und peilt nach der Grüntonne “Ö 13” nordwestwärts in die schmale Bucht ein. Hier verzweigt sich das Fahrwasser: Backbord erscheint zuerst der Steg des Oaxens Båtklubb – eine idyllisch im Schilf versteckte Werftanlage –, steuerbord dagegen die deutlich größere Steganlage des Campingplatzes, in der Gastlieger willkommen sind. Die Solltiefe beträgt entlang der Hauptrinne durchgehend zwei bis drei Meter; Yachten mit über 2,4 m Tiefgang sollten jedoch mittig bleiben, da der Untergrund stellenweise flach ansteigt. Nachts hilft die weiße Richtbake auf Storön und die dezent beleuchtete Tankstelle im Hafenbecken – ein richtiges Sektorfeuer gibt es nicht. Bei Nebel oder Gegenlicht empfiehlt sich Radar oder eine Vorausgucke, denn Stangen-Ausleger ragen bisweilen in die Zufahrt.
Marina Skansholmen: Sicherer Hafen mit Charme
Streng genommen findet man in Skansholmen zwei Marinas, die sich das geschützte Becken teilen: Oaxens Båtklubb (linkes Ufer beim Einlaufen) wirkt romantisch, ist aber Werftgebiet und nur sehr eingeschränkt für Gäste gedacht. Campingplatz Skansholmen (rechtes Ufer, Scheitel der Bucht) bietet rund 140 Liegeplätze, davon etliche mit grünen Tafeln für Durchreisende. Man macht an Stangen-Auslegern oder längsseits fest – die Schilder an den Boxen verraten die Breite zwischen den Stangen. Das fast rundum geschlossene Bassin schützt hervorragend vor allen Winden außer reinem Süd bis Südost; bei dieser Richtungskombination kann kurzzeitiger Schwall eintreten, hält sich aber wegen des geringen Fetch in Grenzen. Untergrund ist weicher Sand-Schluff; Ankermanöver sind unnötig, weil ausreichend Boxen frei sind.
Familienfreundliche Marina mit Softeis-Buffet
Die Marina gehört zum Familiencampingplatz Skansholmen Fritid AB und teilt sich sämtliche Einrichtungen mit den Dauercampern – einfach, aber gepflegt: Strom und Trinkwasser liegen an vielen, nicht an allen Stegen: ein Blick vor dem Festmachen spart Kabel-Akrobatik. Sanitär: warme Duschen, WC-Container und Spülküche; Schlüssel erhält man an der Rezeption zusammen mit dem Liegegeld-Beleg. Mini-Shop in der Rezeption führt Grundnahrungsmittel, Gasflaschen und ofenfrische Brötchen. Für größere Einkäufe fährt man fünf Seemeilen nach Järna oder Södertälje. Restaurant & Café mit großer Sonnenterrasse – der Hit ist das Softeis-Buffet mit über 30 Sorten Topping. Bootstankstelle direkt am Steg liefert Diesel und Benzin; daneben eine kleine „Butik“ mit Deko-Accessoires und Angelkram. Müll, Altöl und Pump-Out liegen gut ausgeschildert hinter der Sliprampe. Die Liegegebühr entrichtet man an der Rezeption (bar oder Karte); Preisniveau 2025: umgerechnet ca. 25 € für eine 11-Meter-Yacht inklusive Strom – für schwedische Verhältnisse sehr fair.
Naturidyll Mörkö: Wald, Strand, Schärengarten
Wer Spaziergänge liebt, wird den Ort mögen: In zehn Minuten erreicht man einen ruhigen Waldpfad über die Insel Mörkö; nach anderthalb Kilometern lockt ein kleiner Sandstrand zum Bad im Brackwasser des Himmerfjärden. Die Küstenwälder duften nach Wacholder, und im Spätsommer pflückt man Heidel- und Preiselbeeren direkt am Weg. Vogelfans spüren regelmäßig Kraniche und Graugänse auf den umliegenden Feldern auf, Seeadler kreisen fast täglich über dem Fjord. Unter Wasser herrscht typische Ostsee-Klarheit von ein bis zwei Metern; in den ausgedehnten Seegraswiesen tummeln sich Stichlinge und Flussbarsche, während an den Stegböcken Dreikantmuscheln haften. Für längere Erkundungen per Kajak liegt der Schärengarten von Mörkö vor dem Bug – verstreute Miniinseln, die oft völlig unbewohnt sind. Das Hafenbüro verleiht SUP-Boards und Kanus stundenweise.
Skansholmen: Praktischer Boxenstopp mit Herz
Skansholmen ist kein mondäner Treffpunkt wie Sandhamn, sondern ein praktischer, herzlicher Zwischenstopp zwischen Trosa und Södertälje – ideal, um vor der Kanalpassage Diesel zu bunkern, Vorräte aufzufrischen oder einfach einen ruhigen Camper-Abend mit Lagerfeueratmosphäre zu genießen. Stärken sehr guter Windschutz, solide Stangen-Boxen – stressfrei für Einhand-Crews; faire Liegepreise und eine Bootstankstelle direkt im Hafen; Brötchen, Eis und Sauna-Feeling dank Campingplatz-Infrastruktur. Schwächen begrenzte Strom- und Wasseranschlüsse: frühzeitig den Platz wählen; Sanitär-Container teilen sich Segler und Camper – zu Stoßzeiten Wartezeit; bei Süd- bis Südostwind leichtes Rollen und Ferientechno von der Zeltplatzdisco bis 23 Uhr. Geeignet für Törns, die Södertälje oder Stockholm ansteuern, Familien mit Kindern (Minigolf, Strand, Eisbar) und Einhandsegler, die eine unkomplizierte Nachtbox suchen. Weniger passend für Tiefgänger über 3 m, Racing-Crews mit nächtlichem Reparaturbedarf oder Segler, die absolute Stille wünschen. Beim Ablegen am nächsten Morgen kräuselt der Fjord spiegelglatt, eine Stockente nascht Brotkrumen aus der Hecksee, und der Campingplatz erwacht mit Kaffeeduft und leiser Gitarrenmusik. Ich notiere im Logbuch: „Skansholmen – perfekter Boxenstopp. Mehr braucht’s manchmal nicht.“
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