Sichere Hafeneinfahrt mit guter Betonnung
Die Hafeneinfahrt ist Tag und Nacht problemlos: von Südwest kommend hält man sich im Verkehrstrennungsgebiet „Muskö – Landsort“ an die befeuerte Richtlinie, peilt dann das weiße Sektorenfeuer auf Fårholmen an und folgt der betonnten Rinne bis zum äußeren Fährkai. Die letzte Seemeile ist durch grünes Buschwerk und markante Dalben geprägt, Tiefe 4 – 7 m über sauberem Sand. Yachten über 2,5 m Tiefgang bleiben mittig im Fahrwasser; selbst große Traditionssegler nutzen die Gästemole. Bei Südostwind kann in der Bucht kurzer Schwell stehen, der sich aber hinter den langen Pontons sofort legt. Nachts weisen Pierlaternen und die hell erleuchteten Tallink-Fähren den Weg.
Geschützter Liegeplatz im Stockholmer Schärengarten
Ankern in der Außenreede ist erlaubt, aber nur bei Schönwetter sinnvoll – man liegt offen gegen Südost. Im Hafenbecken selbst herrschen nahezu Laborbedingungen: bis zu 7 m Tiefe, kein Strom, kein Schwell. Die Boxenreihen sind solide mit Auslegern und Muringbojen ausgerüstet; Luv-Leeger-Probleme sind damit ausgeschlossen. Lediglich bei Nordweststurm spürt man leichte Fallböen von der Felskante des Einfahrtskopfs. Der Grund besteht aus festem Schluff, sollte jemand doch mit Heckanker arbeiten. Insgesamt einer der sichersten Liegeplätze im Stockholmer Schärengarten.
Kompakter Servicehafen mit perfekter Infrastruktur
Nynäshamn rühmt sich, „alles unter 400 Schritten“ anzubieten – und das stimmt: Strom 10–16 A und Frischwasser an jedem Steg. Wasser wird von November bis April abgestellt. Sanitäranlagen (Duschen / WC / Sauna) mit Waschmaschinen direkt am Hafenkopf, Zugang über Codekarte. Diesel & Benzin an der Tankpier in der Nordbucht, daneben eine schwimmende Pump-Out-Station (1. Nov.–1. Mai geschlossen). Chandlery & Motorservice am Südsteg, 25-t-Travel-Lift im benachbarten Motorbåtsklubb. Müll und Altöl nimmt die Recyclingstation hinter der Hafenmeisterei; Gefahrgutschrank nur mit Personalzugang. Lebensmittel: ein ICA-Supermarkt und Systembolaget in fünf Gehminuten, außerdem donnerstags Bauernmarkt auf dem Hamntorg. Verkehr: Pendelzug nach Stockholm (60 min) ab Bahnhof 800 m landeinwärts; Fähren nach Gotland, Gdansk und Visby laufen täglich ab – ideal für Crewwechsel.
Naturidyll mit Wrack, Leuchtturm und Badebuchten
Trotz Fährhafenatmosphäre liegt die Natur vor dem Cockpit: Nur einen Landgang entfernt beginnt das Landschaftsschutzgebiet Lövhagen mit Klippenpfaden, Badebuchten und Blaubeerwäldern. Ein neun Kilometer langer Rundweg führt bis zum Leuchtturm auf Knappelskär – perfekter Blick über die Offshore-Inseln Torö und Landsort. Unter Wasser überraschen Sichtweiten von zwei bis drei Metern; an den Stegen wachsen Dreikantmuscheln, und Hobbytaucher erkunden das 1915 gesunkene Dampfschiff „Betty“. Wer mit dem Dinghy ausläuft, erreicht nach einer Meile den Naturhafen Fjätterskär – einsame Felsplatten zum Grillen und Klippenspringen inklusive.
Schwedisches Drehkreuz mit maritimem Charme
Nynäshamn ist kein verschlafenes Schärennest, sondern ein echtes Drehkreuz: Fährterminal, Bahnanschluss, volles Technik-Setup – und dennoch schwedische Gelassenheit mit Zimtschnecken und Abendsauna. Optimal für Crews, die: den Schären-Törn beginnen oder beenden und Proviant, Diesel, Ersatzteile ohne Umwege brauchen; einen wetterbedingten Ruhetag suchen, ohne gefühlt im Industriehafen zu liegen; Gäste ein- oder ausschiffen möchten, ohne Stockholm City anzulaufen. Weniger geeignet ist der Platz für absolute Ruhesuchende in der Hochsaison – das Fährhorn ertönt bis spät – oder für Tiefgänger über 4 m (die müssen an die Fährkai-Nebenpier ausweichen). Ich lege am Morgen ab, nachdem die Gotland-Fähre ihren Nebelhorngruß ins graue Licht geschickt hat, die Hafensauna noch dampft und der Duft von frischem Kaffee durch die Cockpitluke zieht. Ein Logbuchmoment, der zeigt: Nynäshamn verbindet Großschifffahrt, Outdoor-Feeling und Seglerkomfort auf eine Weise, die im Ostseeraum ihresgleichen sucht.
Community's Meinung