Geschützter Gästehafen an Utös Nordseite
Utös Gästehafen liegt im geschützten Gruvbryggan-Becken an der Nordseite der Insel. Die Hauptrinne ist auf den Seekarten 616 SW / 6161 SW verzeichnet . Von Süden folgt man dem tief ausgebaggerten Schapro-Fahrwasser (min. 2,5 m MLWS) bis zur grünen Stange V 1, dann Kurs 320 ° um die Sandbank „Hagen“ und schließlich 000 ° direkt auf den Stegkopf. Die letzten 200 m sind eng – Bugstrahl oder Achterspring sollten klarliegen. Von Norden kommt man über eine flache Alternativpassage (nur bis 1,8 m Tiefgang, tagsüber!). Nachts helfen rot-grüne Richtfeuer auf den Dalben, doch unbeleuchtete Schärenpfähle erfordern wachen Ausguck. Bei stürmischem Ost frischt ein Querstrom von ≤ 0,5 kn auf; im Hochdruck-Baltikum kann der Wasserstand 30 cm fallen – dann lieber eine Stunde warten. Tiefgang an den Gaststegen: 1,8–2,5 m außen, bis 4 m innen .
Geschützter Hafen mit sicheren Liegeplätzen
Der Hafen besteht aus einem Nord- und einem Südbecken. Beide sind rundum von Mole und Felsen umschlossen; selbst Starkwest dringt nur als leises Gurgeln ein. Die 300 Gästeliegeplätze liegen an Fingerstegen oder längs am Kai; festgemacht wird meist an Heckboje oder mit eigenem Heckanker . Der Grund ist dichter Ton-/Sandschlick – hält sofort, aber Kette danach gründlich abspritzen. Wer frei liegen möchte, findet westlich der Einfahrt auf 6–8 m Sand guten Halt, ist dort aber bei Südwest offen für Schwell.
Schärenidylle mit komfortabler Marina auf Utö
Utö überrascht mit Groß-Marina-Service in Schärenkulisse: Strom & Trinkwasser an jedem Finger (16 A). Diesel / Benzin am Schwimmtanksteg; Filter auf 5 µm, Kartenzahlung 24 / 7 . Sanitär: moderne Duschen, Sauna, Waschmaschinen im „Hamnboden“ (Token nach Check-in). Müll & Umwelt: Recyclinginsel, Pump-Out gratis neben dem Fuel-Ponton. Werft: Motor- und Riggservice (mobil), Sliprampe; größere Lifts erst in Dalarö. Proviant & Genuss: ICA-Supermarkt (400 m), berühmtes Utö-Brot in der Bageri, Fischkiosk auf der Pier, Eisdiele, mehrere Cafés. Abends locken das historische Utö Värdshus mit Schärengarnelen und das Strand-Bistro am Barnens Bad mit Burgern im Sand.
Schwedische Inselidylle zwischen Bergbautradition und Ostsee
Utö ist Nationalpark und Bergbaudenkmal zugleich. Die ältesten Eisenerzminen Schwedens wurden hier schon im 12. Jh. abgebaut; heute spiegeln sich Kiefern im 215 ft tiefen, türkisgrünen Grubensee, ein kleines Museum erzählt von Erz, Lithium und Bergleuten . Mit dem Mietrad erreicht man in 15 Min. die Badebucht Rävstavik: glatte Granitfelsen, klares Wasser, Picknickbänke mit Blick auf die offene Ostsee . Wanderer folgen dem Stockholm-Archipelago-Trail nordwärts zu Barnens Bad (kinderfreundlicher Sandstrand) oder südwärts über Kiefernheide nach Ålö – dort wartet „Båtshaket“ mit fangfrischem Hering. Unter Wasser tummeln sich Hecht, Barsche und in ruhigen Buchten sogar Seegraswiesen; Sicht liegt je nach Wetter bei 2–4 m. Auf den Schärenklippen brüten Möwen und Brandgänge, Seeadler segeln oft über Mysingen – Fernglas nicht vergessen.
Charmanter Schärenhafen mit Natur und Komfort
Utö Gästhamn ist ein Schärengoldstück: groß genug für echten Komfort, klein genug, um das Inselflair zu bewahren. Die Kombination aus tiefem, sicherem Becken, vollem Servicepaket und unmittelbarer Natur macht den Hafen zum perfekten Etappenziel auf dem Weg nach Stockholm oder Gotland. Pluspunkte – 300 Plätze, guter Schutz, Diesel & Pump-Out direkt am Steg. – Bäcker, Supermarkt, Värdshus und Grubenmuseum in fünf Gehminuten. – Traumhafte Bade- und Wanderspots, Geschichte zum Anfassen. Minuspunkte – Tiefgang über 2,5 m hat es schwer; Großyachten müssen die Außenfinger oder bojenfreie Längsseiten buchen. – Im Juli/August kommen Ausflugsfähren und Charterflotten – spätnachmittags wird es eng. Für wen geeignet? Fahrtencrews mit Lust auf Landgang, Familien mit Badespaß-Ambitionen, Natur- und Geschichtsfans. Weniger attraktiv für Eigner, die nächtliche Stille suchen – die Insel lebt bis Mitternacht. Ich selbst legte nach einer regnerischen Nacht aus Kalmar an, schlenderte zehn Minuten später mit Sanddorntörtchen über den Pier und stand wenig später am Rand des alten Schachtes, in dessen grün-blauer Tiefe sich Nebelfetzen spiegelten. Als am Abend die Sauna dampfte und über dem Bodden das Nordlicht aufglühte, konnte ich mich dem Charme von Utö nicht entziehen – hier fühlt man sich zugleich als Entdecker und Sommergast.
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