Sichere Einfahrt bei Starkwind nach Coruña
Die Einfahrt ist selbst bei Starkwind unkompliziert: Wer von Westen kommt, rundet den Außenbreakwater (Dique de Abrigo) weiträumig und steuert dann auf 120 ° zwischen Molenkopf und Kastell San Antón hindurch. Der Leuchtturm Torre de Hércules (Fl (4) W 20 s, 106 m, 23 M) dient bei Tag und Nacht als unmissverständliche Landmarke. Dank 14 m Kartentiefe kann man den Kurs eng an der Mole halten; nur auf den Querverkehr der Lotsenboote achten. Direkt backbord liegt die moderne Marina Coruña (VHF 09, Tiefgang ≤ 10 m), eine Kabellänge weiter die Marina Real/RCN vor der Altstadt (ebenfalls VHF 09, Tiefgang ≤ 6 m) . Wer ankern will, folgt der Hauptfahrrinne noch 0,3 sm bis hinter die grüne Einfahrtonne und dreht dann nach Steuerbord in die windgeschützte Ecke nördlich des Breakwaters – hier findet man 5–8 m Tiefe über Sand . Bei viel Betrieb (Regatta, Kreuzfahrer) verholen etliche Yachten in die Ausweichbucht Ensenada de Mera auf der Gegenküste (2 sm).
Sicheres Ankern im geschützten Hafen
Der Grund im inneren Hafenbecken besteht aus dichtem Sand-Schlick; unser 20-kg-Rocna packte schon bei 1 000 rpm rückwärts und hielt später Böen um 30 kn aus Nordwest ohne Kriechspur. Rundum schützt das 1,5 km lange Dique de Abrigo, sodass nur starker Südost ein wenig Chop einrollen lässt. Die Springtide liegt bei 3,8 m – 5 : 1 Kette oder Tide-Snubber sind Pflicht. Achtung: Bei Frontdurchgang entsteht in der großen Wasserfläche leichter Schwoi-Radius; auf genug Abstand zu Privat-Moorings achten.
Praktische Anlaufstation in Marina Coruña
Dinghy-Crew landet kostenfrei an der Sliprampe gegenüber der Tankstelle der Marina Coruña an – das Tor ist 24 h besetzt. In beiden Marinas stehen Wasser, 230 V-Strom, Diesel/Benzin (24 h Automat), Duschen, Waschsalon und kostenloses WLAN zur Verfügung . 700 m westlich öffnet täglich ein großer Mercado Gadis; gleich daneben liegen Lidl, Carrefour Express und mehrere Ferreterías mit Camping-Gas-Service. Schiffsausrüster Efectos Navales Pompo (Av. Primo de Rivera 8) hält vom Splint bis zur 40-Ton-Winsch alles auf Lager . Altöl gibt man an der Werft im Varadero der Marina ab; Müllcontainer stehen an jeder Stegkopf-Rampe. Dank Flughafen (LCG, Bus 30 min) und RENFE-Bahnhof ist Crew-Wechsel ein Kinderspiel.
Atlantikküste: Klippenpfad und Meeresabenteuer
Kaum verlässt man den Hafen, wechselt das Bild von Hafenkränen zu wilder Atlantikküste: Ein 13 km langer, frei zugänglicher Klippenpfad umrundet die Halbinsel, vorbei an Wiesen mit Strandhafer, duftendem Ginster und den Granitpools des Aquarium Finisterrae. Von April bis Juni patrouillieren hier häufig Große Tümmler, im Herbst gesellen sich Finnwale auf dem Weg nach Süden dazu. Schnorchler finden am Strand Praia de Orzán zwischen Felsblöcken butterzarte Kelpwälder und kleine Seepferdchenkolonien – Sichtweite 4-8 m, Wassertemperatur im Juli ~17 °C. Für Landbeine lohnt die 4 km-Runde zum UNESCO-geschützten Torre de Hércules; wer höher hinaus will, nimmt den Bus (20 min) zum Monte San Pedro mit Panoramalift und alten Marinegeschützen. Kulturliebhaber tauchen in den Altstadtgassen rund um die Plaza María Pita in barocke Kirchen, Tapas-Bars und das unverwechselbare galerías-Panorama ein.
A Coruña: Perfekte Kombination aus Hafen und Kultur
A Coruña vereint sicheren Landfall, Rund-um-Service und Großstadtflair in seltener Perfektion. Nach einer Biscayapassage ist die ruhige Ankerbucht hinter dem Dique mehr wert als jede Siegprämie; gleichzeitig erreicht man zu Fuß in zehn Minuten Pulpo-Bars, Museen und jede Menge Ersatzteile. Für Langfahrt-Crews bietet die Marina Coruña mit 24 h-Fuel, 35-t-Travelift und Werkstatt einen echten „Pit-Stop“, Charter- und Familiencrews genießen den Stadtstrand und das kulturelle Leben, Solo-Segler die unkomplizierte Einfahrt und die gute Bahn-/Flug-Anbindung. Einziger Nachteil: Kreuzfahrtschiffe erzeugen gelegentlich Sog im inneren Hafen – dicke Fender sorgen für Abhilfe. Kurzum: La Coruña ist der perfekte All-Round-Hafen für alle, die nach harter See schnellen Komfort schätzen, ohne auf authentisches galicisches Ambiente zu verzichten. Ich lege jedes Mal mit dem Gefühl ab, ein paar Seiten Stadtgeschichte im Kielwasser zu tragen – und mit dem festen Plan, auf dem Heimweg wieder hier zu stoppen.
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