Sichere Einfahrt in Bucht von Ares
Der Sportboothafen Club Náutico Ría de Ares liegt auf 43 ° 25,3′ N / 08 ° 14,3′ W am Westende der hufeisenförmigen Bucht. Kommt man wie wir von Norden, dienen die Leuchtfeuer von Cabo Prior (Gp Fl(1+2) W 15 s, 22 M) und Cabo Prioriño Chico (Fl W 5 s, 23 M) als Leitlichter: Hat man das weiße Licht von Prioriño querab, steuert man 130 ° in die Ría, bis die Kimmlinie des Strandes von Ares achtern verschwindet. Danach richtet man den Bug direkt auf die markante, hellgraue Silo-Spitze im Fischerhafen. Die Einfahrt selbst ist tief (5 – 8 m) und frei von Untiefen; die Strömung im Innenfjord bleibt unter einem Knoten. Nachteinlaufen ist dank der genannten Feuer gut möglich, es fehlen jedoch Tonnen innerhalb der Bucht – Radar oder Plotter sind daher hilfreich. Der mittlere Springtidenhub liegt bei 3 m; mit 2 m Tiefgang hat man selbst bei Niedrigwasser großzügige Reserve.
Geschützte Ankerplätze abseits der Marina
Wer nicht in die Marina möchte, findet südöstlich des Wellenbrechers ein ausgedehntes Ankerfeld auf 4 – 6 m über feinem Sand; der Anker gräbt sich sofort ein und hält zuverlässig – selbst 30-kn-Böen aus Nordost rüttelten unsere 45 m Kette nur kurz durch. Gegen Nord- und Westschwell ist die Bucht komplett abgeschirmt; nur frischer Südwest kann kurzen Chop hereinstehen lassen. In diesem Fall verholt man einfach 200 m nach Norden hinter die Mole oder macht in der Marina fest. Drinnen liegen Besucher*innen an Schwimmstegen in 2 – 3 m (MLW) mit Muringleinen; Manövrieren ist dank breiter Gassen auch für Kats unproblematisch.
Komfortable Marina mit Rundum-Service
Das Dinghy legt man kostenlos an der Sliprampe neben dem Tankponton an; Marina-Gäste erhalten per Chipkarte Zugang zu Duschen, Waschmaschinen, WLAN und einem gemütlichen Clubraum. Auf jedem Finger gibt es Strom & Wasser, Diesel und Benzin werden am Steg 24/7 nach Anruf abgegeben. Zwei Supermärkte, Bäckerei, Apotheke und eine gut sortierte Ferretería (Gasflaschen-Tausch) liegen maximal fünf Gehminuten entfernt. Recycling-Container stehen am Hafenausgang, Altöl nimmt die Werft im Nachbarort Sada ab. Wer größere Reparaturen plant, findet dort (per Bus 15 min) einen 35-t-Travel-Lift.
Wassersport und Naturerlebnis in Galicien
Die Ría präsentiert sich hier fast nordisch: Kiefern und Eukalyptus umsäumen lange Sandbögen; hinter dem Ort klettern leichte Wanderwege auf den Aussichts-Hügel Monte de San Pedro. Am Morgen durchschnitten Delfinschulen das Hafenbecken, abends bauten Fischer ihre Reusen direkt vor der Badezone aus. Zum Schnorcheln lohnt das Kap vor der Nachbarbucht Redes – bei Slack Tide trifft man Seeigel, Seesterne und Schwärme kleiner Makrelen (Sicht ca. 4 m). Vogelfans sollten ein Fernglas einpacken: Graureiher, Austernfischer und im Herbst sogar einzelne Fischadler nutzen die ruhigen Ría-Ufer als Rastplatz. Kulturhungrige spazieren in 30 Minuten zum romanischen Kirchlein Santa Olalla de Lubre oder nehmen den Bus nach Betanzos, dessen mittelalterliche Altstadt samt gotischer Stadttore ein schönes Kontrastprogramm zum Bordalltag bietet.
Ares: Praktischer Hafen im galicischen Norden
Ares ist weder mondän noch spektakulär – es ist einfach unverschämt praktisch: geschützter Anker- und Hafenplatz, kurze Versorgungswege, freundlicher Club-Spirit und ein ruhiges, kinderfreundliches Strandrevier. Wir haben hier nach einer stürmischen Biscaya-Passage aufgetankt – nicht nur Diesel und Wasser, sondern vor allem Energie: ein Bad im klaren 17-°C-Wasser, frisches Brot mit „Empanada de Zamburiñas“, eine Nacht ohne Schwell. Für Crews, die Landstrom, Waschsalon und gute Busanbindung schätzen, ist Ares ein Must-Stop; Langfahrt-Segler*innen, die lieber einsam vor Anker liegen, finden im gleichen Fjord genug stille Buchten für die Nacht. Ich persönlich werde den Hafen künftig als Wetterfenster-Basis nutzen: Von hier checkt man morgens das Barometer, hört den Atlantik im Hintergrund grollen – und weiß, dass man bei Bedarf auch eine Woche bleiben kann, ohne dass Bordkasse oder Nerven leiden. Kurz: Hafen Ares ist der zuverlässige Allrounder im Norden Galiciens, und genau solche Plätze machen eine lange Törnplanung erst richtig entspannt.
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