Geschützte Ankerbucht vor Galiciens Küste
Das Ankerfeld liegt bei 42 ° 15,5′ N / 08 ° 50,5′ W – eingefasst von Punta Subrido im Westen und Punta Corbeiro dos Castros im Osten. Von See her steuert man zunächst auf den 17 m hohen Leuchtturm Faro de Cabo Home (Fl 3 10 s, 143 m ü. NN) zu; sein weißer Turm ist selbst aus fünf Meilen Entfernung markant. Kurz vor der Bucht fällt die Tiefe rasch von 25 m auf 15 m, im inneren Drittel liegen noch 8–10 m an, bevor der Grund sanft Richtung Strand ansteigt. Die Einfahrt ist frei von Untiefen, muss aber häufig mit quer setzender Atlantikströmung von bis zu 1 kn gerechnet werden. Bei Nacht fehlen Tonnen, daher dient das weiße Sektorenlicht von Punta Robaleira zusammen mit dem Cabo-Home-Feuer als Leitlinie; Radar oder Plotter sind sinnvoll. Der galicische Springtidenhub beträgt rund 3 m, bei Nipp knapp 1,5 m – für Yachten mit bis zu 2 m Tiefgang bleibt damit selbst bei Niedrigwasser ausreichend Reserve.
Sichere Ankerbucht mit gutem Windschutz
Geankert wird auf festem, hellen Sand in 10 – 20 m Tiefe; laut LOT-Sonde und Praxistest gräbt sich selbst ein moderater Delta-Anker sofort ein. Der Haltgrund gilt als „ausgezeichnet“. Die Bucht ist gegen Nord- und Westwinde vollständig durch Cabo Home abgeschattet; auch Ostlagen werden von den hoch aufragenden Waldhängen gut gebrochen. Nur bei hartem Südsüdwest dringt Schwell herein, dann empfiehlt sich eine längere Kette von 6–7 Beaufortlängen oder das Ausbringen eines Heckankers. Trotz Sommertrubels bietet das große Areal genügend Schwoikreis; wir legten bei 12 m Tiefe 55 m Kette und hielten zwei Nächte Starkwindböen um 28 kn ohne zu kriechen.
Idyllischer Ankerplatz mit Tapas und Jazz
Das Dinghy darf offiziell nur durch den rot-grün befeuerten Schwimmkanal quer durch die gelbe Badezonen-Bojenreihe anlanden – Motor bitte hochklappen! Direkt hinter den Dünen wartet der legendenumwobene Chiringuito Ezequiel, ein saisonaler Strandkiosk mit Tapas, Grillfisch und Jazz-Sessions bei Sonnenuntergang; geöffnet von Ostern bis Ende September. Frischwasser, Diesel oder Gasflaschen gibt es hier draußen nicht. Wer bunkern will, tuckert drei Meilen nordostwärts nach Cangas: In der Fischereimarina kann man das Schlauchboot kostenfrei lassen, zwei Supermärkte, eine Bäckerei und der tägliche Frischemarkt liegen in Sichtweite des Piers. Müllcontainer stehen am Parkplatz oberhalb des Strandes; Glas und Plastik werden getrennt gesammelt – ein Pluspunkt, weil Galicien generell streng auf Recycling achtet.
Spektakuläre Küstenwanderung mit reicher Meeresfauna
Die Landschaft wirkt wie ein Mini-Nationalpark: Immergrüne Pinien und kniehohe Heide duften nach Harz und Salbei, dazwischen blitzen Granitblöcke. Hinter dem Strand beginnen markierte Pfade auf das Kap O Facho (159 m) und weiter zu den drei Cabo-Home-Leuchttürmen – ein 6-km-Rundweg mit spektakulären Ausblicken auf die Illas Cíes und bis zum Cabo Silleiro. Unter Wasser locken dichte Tangwälder, Seeigel, Sepien und manchmal Seepferdchen; Sichtweiten von 3–6 m sind für die atlantische Küste ordentlich. Beim Schnorcheln sollte man wegen vereinzelt stehender Felsen und Strömung idealerweise die Slack-Tide abwarten. Auf dem Wasser zeigen sich regelmäßig Delfine, und in der Abenddämmerung ziehen Austernfischer und Fischadler über den Ankerliegern ihre Runden.
Ruhige Ankerbucht mit Naturidylle Galiciens
Die Ensenada da Barra ist kein Versorgungs-Hotspot, aber ein Paradebeispiel für das, was Galicien Segler:innen schenkt: geschützten, zuverlässigen Ankergrund, kristallklares Wasser und eindrucksvolle Natur direkt vor dem Cockpit. Wer nach einer Überfahrt aus Nordportugal oder von den Cíes-Inseln einen ruhigen Badestopp sucht, findet hier ein fast perfektes Etappenziel. Crews, die dringend Landstrom, Duschblöcke und Schiffszubehör brauchen, steuern besser Baiona oder Vigo an. Alle anderen – insbesondere Familien und Blauwasser-Teams, die gerne frei ankern und sich über einen Spaziergang zum Sonnenuntergang freuen – sollten Barra unbedingt in die Törnplanung aufnehmen. Für mich war es einer dieser Plätze, an denen man morgens bei spiegelglatter See Kaffee trinkt, dem Rascheln der Pinien lauscht und kurz glaubt, der Atlantik gehöre ganz allein einem selbst.
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