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Cedeira

Cedeira

Ría de Cedeira: Geschützte Atlantikbucht

Einleitung

Wer nach einer rauen Etappe rund um Cabo Ortegal in die Ría de Cedeira einbiegt, erlebt einen abrupten Stimmungswechsel: Eben noch rollt Nord­atlantik­schwell unter dem Kiel, dann öffnet sich ein sattgrünes Fjordtal mit weißen Sandstränden und einem fast südländisch wirkenden Fischerstädtchen. Als wir kurz nach Hochwasser einliefen, spiegelte sich die Abendsonne in den roten Ziegeldächern von Cedeira, während im Hintergrund die dunklen Silhouetten der Serra da Capelada in den Himmel ragten. Zwischen den Bojen der Fischkutter herrschte geschäftiges Treiben; trotzdem lag über der Ría eine überraschende Ruhe – nur das Dröhnen der Brandung draußen am Kap erinnerte an die Kräfte vor der Tür.

Merkmale

Hier findest Du die Bedingungen, die Du am Ankerplatz Cedeira vorfinden wirst

Nasse Küstenpromenade mit weißer Balustrade, grünem Rasen, ruhigem Meer und bewaldeten Hügeln unter wechselhaftem Himmel.

Windgeschützte Ankerbucht mit einfacher Zufahrt

Der Eingang zur Ría liegt bei 43° 40,0′ N / 08° 04,9′ W und wird von Punta Fulgoso im Osten und der felsigen Punta Chirlateira im Westen eingerahmt. Die Zufahrt ist tagsüber weitgehend frei von Untiefen; man hält sich einfach mittig zwischen den beiden Kaps und peilt die kleine Kapelle auf dem Hang östlich der Einfahrt an – ihr weißer Kubus ist schon aus zwei Meilen Entfernung gut erkennbar. Nachts bietet die Ría keine befeuerten Tonnen; wer einläuft, nutzt deshalb den Sektor des Faro Punta Candieira (Fl(3) 12 s, Reichweite 22 sm) westlich der Bucht als Leitlicht und stützt sich auf Radar oder Plotter. Die Wassertiefe fällt im Außenbereich rasch von über 20 m auf 6–8 m am Ankerfeld und weiter auf 4 m östlich der Fischereimole – selbst Yachten mit 2 m Tiefgang haben also rund um Hochwasser komfortable Reserven. Tidenhub ändert sich je nach Phase zwischen 2,6 m (Nipp) und knapp 4 m (Spring). Eine Besonderheit sind die Wind-getriebenen Küstenströme entlang der Kapküste: Bei starkem NW kann in der Einfahrt ein quer setzender Strom von 1–1,5 kn auftreten – für die letzten Kabellängen lohnt es sich, frühzeitig auf dem Windkurs abzubremsen

Geschützte Ankerbucht vor steilen Berghängen

Gechartet wird am häufigsten in der östlichen Bucht vor dem Ort – 6–7 m Tiefe auf festem Sand-Schlick, Haltequalität laut Navily-Community und eigener Probe „ausgezeichnet“. Weiter innen, vor der Hafenmole, fällt der Grund auf rund 4 m ab; hier ankern Lokalkutter, aber bei Platzmangel kann man sich dazugesellen. Die steilen Berghänge brechen den Atlantikschwell effektiv – selbst bei Starkwind aus W bis NW bleibt das Wasser lediglich leicht kabbelig. Empfindlich reagiert der Platz dagegen auf Böen aus E/NE, die von den 600 m hohen Klippen der Capelada herabfallen. Eine 40-m-Kette plus 10-m-Vorleine haben sich bewährt, um großzügiges Schwojen zuzulassen. Für überraschende Böen empfiehlt der Royal Cruising Club Pilot eine Trip-Leine, da vor allem im Hafenvorfeld vereinzelte Fischeranker liegen können.

Steile Felsküste mit grünem Bewuchs; unten brandet dunkelblaues Meer, ein kleines weißes Boot ankert in der Bucht.
Mehrere Boote liegen in ruhiger, blauer Bucht; bewaldete Hügel und leichter Wolkenhimmel im Hintergrund.

Praktischer Liegeplatz nahe Ortszentrum und Versorgung

Das Dinghy lässt sich bequem am Ponton des Club Náutico festmachen; der Steg liegt backbords direkt hinter der Fischereihalle. Von hier sind es kaum fünf Gehminuten zu zwei Supermärkten, Bäckerei, Bank und mehreren Tapas-Bars im Zentrum. Frischwasser erhält man (nach Anmeldung) am Club-Schlauch: 400 l kosten pauschal 10 €, Strom gibt es nur an den Binnenliegeplätzen. Müllcontainer stehen an der Sliprampe; Altöl nimmt die Werkstatt „Náutica do Porto“ am Fischereikai. Diesel bunkert man entweder aus Kanistern (Tankstelle 25 Minuten Fußweg stadtauswärts) oder – bequemer – im acht Seemeilen entfernten Hafen von Ferrol.

Steilküstenwanderung mit Atlantikpanorama und Artenvielfalt

Die Ría ist von dichtem Eukalyptus- und Steineichenwald gesäumt, darüber ragen die A-Capelada-Klippen – mit Vixía Herbeira (612 m) eine der höchsten Steilküsten Europas. Eine Wanderung führt vom Hafen über den alten „Camino Real“ in knapp drei Stunden hinauf zur Klippe und weiter zum Faro Punta Candieira; dort wartet ein Bilderbuch-Panorama über den Atlantik und die zerklüftete Küste. Unter Wasser herrscht dank nährstoffreichem Umkehrstrom ein wahres Kaltwasser-Aquarium: Dichte Tangwälder, Seespinnen und Knurrhähne teilen sich den Grund mit Seeigeln und bunten Seesternen. Sichtweite schwankt saisonal zwischen 2 und 6 m; zum Schnorcheln lohnt der Felsausläufer unterhalb der Kapelle bei Slack-Tide. Vogelfreunde beobachten in der Ría regelmäßig Fischadler, Kormorane und in der Dämmerung Zwergseeschwalben, die auf die Sardinen­schwärme jagen.

Mehrere kleine Motorboote liegen im ruhigen Hafen; Angelrute im Vordergrund, bewaldete Hügel unter grauem Himmel.
Küstenort an einer geschwungenen Bucht, rote Dächer zwischen Grün, dahinter bewaldete Hügel und leicht bewölkter Himmel

Geschützte Ankerbucht mit authentischem Galicien-Flair

Cedeira ist kein mondäner Yachthafen, sondern eine ehrliche Ria-Bucht: einfache Infrastruktur, dafür erstklassiger Schutz und authentisches galicisches Leben vor der Kajütluke. Für Crews, die nach der Biskaya eine wetterfeste Ruhebucht suchen, oder für kleine Familien, die naturnah ankern und jeden Tag andere Wander- oder Surfspots erkunden wollen, ist der Platz nahezu ideal. Wer allerdings dringend Landstrom, Waschsalon und Schiffsausrüster vor Ort braucht, fährt besser weiter nach A Coruña oder Ferrol. Ich selbst habe hier zwei Tage Starkwind ausgesessen, ohne einen Meter zu verdriften, bin morgens barfuß zum Markt gelaufen und abends mit frischen „Percebes“ (Entenmuscheln) an Bord zurückgekehrt – ein Erlebnis, das in einem Yachthafen so nicht möglich wäre. Mein Tipp: Wer genug Zeit hat, sollte eine Gezeitenphase länger bleiben, um bei klarer Sicht den Sonnenuntergang vom Aussichtspunkt Castelo da Concepción oberhalb des Hafens zu erleben – die Bucht leuchtet dann in Kupfertönen, und das Grollen der Brandung klingt, als würde der Atlantik selbst die Nacht einläuten.

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