Anspruchsvoller Ankerplatz vor Sisarga-Inseln
Der Ankerplatz liegt auf 43 ° 21,6′ N / 08 ° 50,7′ W unmittelbar südöstlich von Sisarga Grande, der größten der drei Inseln. Ansteuerung von Norden oder Süden: Man hält sich gut außerhalb der brechenden Randriffe rund um Cabo Vilán und nimmt dann Kurs auf das Leuchtfeuer Faro de Sisargas; sein dreifach blitzendes Weißlicht ist aus 23 sm erkennbar. Kurz vor dem Kap San Adrián kommt die Bucht querab; gefahren wird vorsichtig zwischen vereinzelten Fischreusen hindurch. Tiefen & Untergrund: Der Grund fällt gleichmäßig von 20 m vor der Einfahrt auf 10 – 5 m am Ankerplatz. Untiefen sind nicht kartiert, doch verstreute Felstrümmer erfordern ein waches Echolot. Gezeiten & Strom: Der springende Tidenhub beträgt hier draußen gut 3 m; Querströmungen bleiben unter 1 kn, können aber bei Nord- oder Südwind quer setzend wirken. Nachteinlaufen: Nicht empfohlen. Außer dem Leuchtturm gibt es keine Befeuerung; der Ankergrund liegt komplett im Schatten der Felsen. Radar und Plotter sind Pflicht, zumal Reusenbojen unbeleuchtet sein können.
Sicherer Ankerplatz bei Sisarga Grande
Laut den offiziellen Sailing Directions kann man „in 5 – 10 m Tiefe, Sand, dicht vor dem Südostufer von Sisarga Grande ankern; geschützt vor Winden zwischen NW und NE, einziger Bereich mit Sandgrund im Archipel“ . Genau dort setzten wir 45 m Kette bei 9 m Wassertiefe – der Delta grub sich sofort ein und hielt zwei Nächte lang Böen bis 25 kn aus Nordost ohne einen Zentimeter Drift. Guter Schutz: Bei den in Galicien vorherrschenden Nordwest- und Nordbrisen liegt man spiegelglatt. Exponiert: Dreht der Wind auf West bis Südwest, kann Atlantikschwell ungehindert einlaufen. Ab 1 m Dünung wird die Bucht ungemütlich; wer Unsicherheit spürt, sollte rechtzeitig nach Malpica oder Camariñas ausweichen. Schwoiraum: Die Bucht ist klein – maximal drei mittelgroße Yachten passen hinein. Ankermanöver also zügig klarmachen, um den Platz nicht zu „verbauen“.
Versorgungstipps für Malpica-Yachtbesucher
Am Südstrand führt eine einfache Betonrampe zu einem kleinen Jetty; bei < 0,5 m Schwell können Dinghys dort bequem anlegen . Wasser & Diesel: Fehlanzeige – der Leuchtturm ist längst automatisiert und unbewohnt. Müll: Alles muss wieder mit an Bord genommen werden; auf den Inseln gibt es weder Tonnen noch Entsorgung. Versorgung an Land: Der Fischerhafen von Malpica de Bergantiños liegt nur 1,7 sm östlich; dort erhält man Diesel am Kai, Gas beim „Ferretería García“ und frischen Fisch in der Abendauktion. Ein Landtransfer mit dem Beiboot ist bei ruhiger See machbar, ansonsten besser verholen.
Naturparadies Sisargas: Vögel und Tauchabenteuer
Die Sisargas sind seit Jahren ausgewiesenes Vogelschutzgebiet: Gelbschnabelmöwen, Dreizehenmöwen, Krähenscharben – und in guten Jahren auch einige Paare der bedrohten Tordalk-Verwandten Austernfischer – brüten in den Steilklippen . Auf der Insel selbst wachsen salztolerante Sträucher, Macchia und Teppiche aus Seelavendel. Unter Wasser dominieren Tangwälder; bei Slack Tide ermöglicht die meist 4–6 m klare Sicht faszinierende Schnorchelgänge mit Seespinnen und Oktopussen zwischen Granitblöcken. An Land lässt sich auf einem steinigen Pfad innerhalb von 20 Minuten der 100 m hohe Leuchtturm erreichen – ein grandioser 360°-Blick über die endlos zersägte Küste ist der Lohn. Achtung: Während der Brutzeit (April–Juli) kann das Betreten der Hochfläche eingeschränkt oder von Ranger:innen untersagt sein.
Raues Abenteuer auf Islas Sisargas
Die Islas Sisargas sind kein „Convenience-Stop“ – sie sind das Kontrastprogramm zum gemütlichen Ría-Ankern: rau, abgelegen, ohne jede Versorgung. Gerade darin liegt ihr Reiz: Für wen geeignet? Blauwasser-Crews auf dem Weg rund Finisterre, die ein stabiles Hochdruckfenster haben und eine Nacht echte Wildnis erleben wollen. Wovon man Abstand nehmen sollte: Bei West- oder Südsüdwestlage, hoher Dünung oder wenn dringend Wasser, Diesel oder Elektrik gebraucht werden. Mein persönliches Highlight: Der Augenblick, wenn die Sonne im Nordwesten untergeht, der Leuchtturm sein Dreifachblitz-Muster in die Dämmerung sticht und gleichzeitig das Klatschen der Möwenkolonie von den Felsen widerhallt – ein Soundtrack, den man in keinem Hafen der Welt kaufen kann. Wer den Sprung wagt, wird die Sisargas als kleines Stück Atlantik-Einsamkeit in Erinnerung behalten, das zeigt, warum Galicien unter Langfahrt-Skipper:innen längst den Ruf eines der spannendsten Segelreviere Europas genießt.
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