Combarro: Sicherer Hafen im Ría-Scheitel
Combarro liegt fast am Scheitel der Ría (Position ≈ 42 ° 25,9′ N / 08 ° 42,0′ W). Vom Seegat her steuert man zunächst auf das markante, spiralförmig rot-weiße „Helter-Skelter“-Leuchtfeuer auf der Isla de Tambo zu. Hat man die Insel passiert, hält man sich mittig im tiefen Fahrwasser – hier fallen die Tiefen erst kurz vor Combarro unter 10 m. Die Marina erkennt man an ihrem wuchtigen Betonwellenbrecher mit aufgesetztem roten Turmlicht; unmittelbar davor zweigt steuerbord das gut betonnte Sportbootbecken ab. Im ganzen Ría-System herrscht ein Tidenhub von 2,5 – 3,3 m (Spring), der Strom läuft aber selten stärker als 1 kn, sodass auch Kielyachten mit 2 m Tiefgang problemlos bei jeder Tide einlaufen können. Nachteinlaufen ist dank klarer Sektoren des Cabo-Home-Leuchtturms und der Befeuerung auf Tambo gut machbar; wer unsicher ist, behält den Plotter im Blick, denn die Fischzucht-Bojenreihen tragen nur schwache Blinklichter.
Geschützter Ankerplatz vor Combarro auf Sandgrund
Obwohl Combarro eine moderne Fünf-Gold-Anker-Marina bietet, bevorzugen viele Fahrtenyachten – wir eingeschlossen – das Ankerfeld direkt westlich des Wellenbrechers. Dort herrschen 6 – 8 m Tiefe auf festem Sand-Schlick; der Haltegrund ist hervorragend. Die Insel Tambo schirmt den Atlantikschwell fast vollständig ab, sodass bei üblichen NW-Sommerbrisen nur leichter Chop entsteht. Bei starkem Nordost kann allerdings Fallwind von den Hügeln stehen; wer länger bleibt, legt bei solchen Bedingungen eine Heckleine an eine der leeren Fischerkugelbojen aus oder verholt in die Marina. Drinnen liegen die Boxen mit Schwimmfingern in 3 – 4,5 m Tiefe, die Einfahrt ist breiter als 30 m, sodass auch Katamarane stressfrei manövrieren können.
Praktischer Ankerplatz mit guter Infrastruktur
Mit dem Dinghy strandet man entweder an der Sliprampe neben der Dieselstation oder direkt an der Außenseite des Gästepontons – der Hafenmeister gestattet beides gratis für Ankerlieger. In der Marina gibt es Strom und Wasser an jedem Finger, gepflegte Sanitäranlagen, Waschmaschinen sowie freies WLAN. Treibstoff (Diesel, Benzin) wird an einer Piersäule 24/7 nach Anruf bedient; Gasflaschen tauscht der Campo-Hofer Eisenwarenladen 300 m landeinwärts. Zwei kleinere Supermercados, eine Bäckerei mit hervorragender „Empanada de Zamburiñas“ und ein Geldautomat liegen in maximal fünf Gehminuten Reichweite. Wer größere Einkäufe oder Ersatzteile braucht, nimmt den stündlich verkehrenden Bus (20 min) nach Pontevedra – wir haben den Ausflug mit dem Beiboot über den flachen Estero gemacht, was bei Hochwasser problemlos ist.
Combarro: Historisches Fischerdorf mit Naturvielfalt
Landschaftlich punktet Combarro mit einer kaum erwarteten Mischung: Im Vordergrund ein mittelalterlicher Fischerkern aus Granit, dahinter Eukalyptus- und Pinienhänge und auf der Ría-Mitte das dicht bewaldete Illa de Tambo, seit 2022 für Besucher zugänglich. Ein morgendlicher Landgang zur Insel lohnt sich: Über schmale Pfade erreicht man den 80 m hohen Aussichtspunkt Tenlo mit Blick bis zu den Cíes-Inseln; an den Stränden nisten im Frühjahr Brandseeschwalben, und im kristallklaren Flachwasser tummeln sich Seeigel und bunte Seesterne. Unter Wasser überrascht die Bucht mit bis zu 6 m Sichtweite; wer bei Slack Water unterhalb des Leuchtturms schnorchelt, trifft häufig Sepien und vereinzelte Seepferdchen in den Posidonia-Wiesen. Für Wanderfreunde beginnt am Marinadeich ein 7-km-Panoramaweg über Holzstege nach Poio; am Abend baden die Hórreos im warmen Gegenlicht, während Dohlenrufe von den Kirchdächern hallen – eine Kulisse, die fast schon kitschig wirkt.
Galiciens malerischer Hafen mit Kulturambiente
Combarro ist gleichermaßen sicherer Hafen und postkartenreifes Etappenziel: Top-Infrastruktur, hervorragender Ankergrund und ein altehrwürdiger Ort, der trotz seiner Popularität Vieles vom authentischen Galicien bewahrt hat. Für Crews, die nach langen Nordatlantikschlägen ein paar Tage Kultur und Komfort suchen, ist der Hafen ideal – ebenso für Familien, die Kinderbespaßung (Strand, Eis, Tapas) und Crew-Logistik stressfrei verbinden wollen. Wer absolute Abgeschiedenheit präferiert, wird die Sommertouristen im Dorf als „busy“ empfinden; wer dagegen Wert auf gute Versorgung, Wetterschutz und eine Bühne für laue Sundowner-Abende legt, sollte dem Platz mindestens zwei Nächte widmen. Ich persönlich werde Combarro in meine Standardroute aufnehmen – schon wegen des magischen Moments, wenn abends das Lichtermeer von Poio und Pontevedra auf der spiegelglatten Ría reflektiert und sich das leise Murmeln der Fischer mit dem Klatschen meiner Ankerkette mischt.
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