Sicherer Gezeitenhafen mit einfacher Nachtansteuerung
Der Lymington River ist bei jeder Tidehöhe befahrbar. Die Richtfeuer (319 °) an der Hafeneinfahrt führen über eine Kardinalrinne, die auf mindestens 2,5 m unter Kartennull ausgebaggert ist. Erste Landmarke ist der rote Pfahl „Jack-in-the-Basket“; von dort folgt man den hölzernen Dalben mit quadratischen (rot) bzw. dreieckigen (grün) Topzeichen. VHF & Limits: Anmelden über Kanal 68 (Yacht Haven) oder Kanal 09 (Harbour Master). Im gesamten Strom gilt 6-kn-Limite – bei Gegenstrom kann man sich trotzdem noch mit 3 kn über Grund bewegen. Tidenhub & „Double High“: Hochwasser steht oft fast zwei Stunden („Doppelhochwasser“) – ideal zum Brückenmanöver oder Wendearbeit im Fluss. Nachtfahrt: Fixe rote Lichter auf den Pfählen, das Leitfeuer beim Yacht Haven und die Dauerbeleuchtung der Isle-of-Wight-Fähren machen das Einlaufen auch um Mitternacht narrensicher.
Geschützter Liegeplatz nahe historischer Innenstadt
Lymington Yacht Haven hält 475 Dauer- und gut 100 Besucherliegeplätze, viele davon in > 3 m Wasser. Schwimmstege auf Stahlpfählen eliminieren jegliches Schwoien; nur das ferne Grollen der Wightlink-Fähre erzeugt eine ganz leichte Welle, die nach Sekunden verläuft. Wer lieber in Sichtweite der Kneipen bleiben möchte, findet unmittelbar flussauf am Harbour-Master-Pontoon und am Dan-Bran-Visitor-Steg Plätze längsseits. Grund: weicher Marschschlick – sanft für die Fender, tödlich für Anker, daher überall Festmacher. Außerhalb des Hafens ist das freie Ankern verboten; bei Wartezeit kann man jedoch in der Sturt Pond Bay (0,7 sm W; 2,5 m Sand) oder im Keyhaven-Becken ankern, allerdings nur bei ruhigem Wetter.
Erstklassiger Yacht-Service mit Solent-Panorama
Strom & Wasser: 16 A (bis 63 A an Super-Yacht-Finger) und Druckwasser an jedem Ausleger. Diesel/Benzin: Gefiltert 40 µm am Tankponton („B-Fingertop“), 24/7 Kartenzapfer. Werft & Technik: Zwei vollwertige Anlagen: Yacht Haven (50-t-Hoist) und gegenüber Berthon Marina mit 75-t‐Lift, 120-t-Mover, 20-t-Kran plus 100-köpfigem Werftteam, lackierte Hallen und Rigg-Service. Chandlery & Shops: Drei Ausrüster im Umkreis von 800 m, darunter ein Raymarine-Stützpunkt. Proviant & Freizeit: Markthalle und Tesco (10 min zu Fuß), Bauernmarkt samstags. The Haven Bar & Restaurant am Stegkopf serviert Eggs Benedict mit Solent-Panorama. Sanitär & WLAN: Hotel-Standard, Fußbodenheizung, kostenlose Laundry, Glasfaser Wi-Fi bis auf die Achterleine. Müll & Pump-out: Getrennte Container landside; kostenloses Schwarzwasser-Absaugen am Fuel-Ponton.
Vogelparadies zwischen Marina und Nationalpark
Direkt hinter dem Marinazaun liegen die Lymington-Keyhaven Saltmarshes – ein Vogelparadies mit Watten, wo Austernfischer, Regenpfeifer und im Winter gar Seltenheiten wie Spatelruderente rasten. Ein Bohlensteg (3 km) führt zwischen Schlicklagunen bis zum viktorianischen Fort Hurst Castle – mit grandiosem Blick auf die Needles. Unter Wasser herrscht Solent-typisch Trübe (< 1 m), aber Dorsch, Strandkrabben und Wollhandkrabben tummeln sich in den Seegrasfeldern; Kids lieben Keschern vom Steg. Radler nutzen den Solent Way in 20 min zum New-Forest-Nationalpark: Ponys, Heide und Eichenwälder.
Lymington: Solent-Service trifft Naturkulisse
Lymington ist Service-Hochburg und Naturrelais zugleich: Stärken Tideunabhängige Zufahrt mit 2,5 m unter CD – auch bei Spring und Night-Landfall sicher. Alles fußläufig: Yacht-Ausrüster, Old-High-Street-Pubs, Farmers Market, Vogelschutzgebiet. Werft-Power: Von 75-t-Lift bis Carbon-Rig – idealer Refit-Stop oder Winterlager. Schwächen Liegegeld Solent-typisch im oberen Bereich (Sommer 2025: 4,80 £ / m Nacht inkl. Strom). Springtide + Westwind = heftiger Querstrom auf der Dalbenlinie bei der Ansteuerung – Maschine bereithalten. Wochenenden voller Regattaboote: Wer nach 16 Uhr kommt, landet mit hoher Wahrscheinlichkeit im Päckchen. Für wen geeignet? Kanalkreuzer nach/durch den Solent, Familien auf Südküstenurlaub, Technik-hungrige Yachten, Naturfans. Weniger für Einsiedler – Fähre und Pub-Szene erzeugen stetige Geräuschkulisse. Ich selbst lief Lymington bei Spring-Nachtflut ab Needles ein: weiße Leitlichter, Ebbstrom noch gegenan, an Bord Kaffeeduft. Minuten später lag die Yacht fest, Warmdusche, dann ein englisches Pale Ale auf der Lounge-Terrasse, während über den Reetwiesen Nebel aufzog. Drei Tage später verließ ich den River mit neuem Unterwasserschiff-Anoden, gewaschenen Segeln und dem Gefühl, dass Lymington mehr als ein Hafen ist – es ist ein maritimes Schweizer Taschenmesser mit Naturschutzanhänger. Wer hier festmacht, kommt mit gefüllten Dieseltanks, leeren To-Do-Listen und einem Grinsen im Gesicht wieder los.
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